Chronik

Er ist der älteste Ruder-Club Berlins und weist eine lange Geschichte auf!

Der Berliner Ruder-Club e.V. - eine Übersicht von 1880 bis heute. 

Die Anfänge

Der Berliner Ruder-Club, in Rudererkreisen kurz CLUB genannt, wurde am 5. November 1880 von 10 Mitgliedern des ältesten Berliner Rudervereins (BRV von 1876) unter tatkräftiger Führung von Georg W. Büxenstein als erster leistungssportlich orientierter Ruder-Club Berlins an der Spree in Treptow gegründet.
Bei einem Jahresetat von 2.800 Mark wurden 1881 die ersten Boote für das Bootshaus in der Stralauer Allee, nahe der Oberbaumbrücke bestellt, um alsbald erfolgreich an Regatten teilnehmen zu können.
Büxenstein wurde wenige Jahre später Vorsitzender des Berliner Regattaverein von 1881 und im Jahre 1883 auch erster Vorsitzender des Deutschen Ruderverbandes.


Die Spree erwies sich jedoch als Folge des permanent steigenden Industrie-Schiffsverkehrs im Verlauf der Jahre für ein Rudertraining ungeeignet. Ein Standort für ein neues Bootshaus musste gefunden werden.

1909-2009 • 100 Jahre Clubhaus am Kleinen Wannsee
Ein historischer Rückblick von Udo Korgitzsch

Vor einhundert Jahren, am 16.Mai 1909, wurde nach über einjähriger Bauzeit mit der Grundsteinlegung am 12. April 1908 das heutige großzügig gestaltete Heim des Berliner Ruder-Club am Kleinen Wannsee in der Bismarckstraße 4 neben der Grabstätte des Dichters Heinrich von Kleist mit der Schlüsselübergabe des Architekten Georg Rönsch feierlich eingeweiht.

Was war jedoch zuvor?

21 Mitglieder, darunter mit Georg W. Büxenstein 10 ehemalige mit der leistungs-sportlichen Entwicklung im Berliner Ruder-Verein von 1876 unzufriedene Mitglieder, hatten am 5. November 1880 den Berliner Ruder-Club gegründet. Für die sogleich erworbene Bootflotte musste ein geeigneter Bootsplatz gefunden werden. Im Frühjahr 1881 fand man bei der Fa. Suckow & Enkel auf dem Grundstück in der Stralauer Allee 12 in Unterpacht das geeignete Gelände, um provisorisch einen Bootsschuppen mit Umkleideraum zu errichten. Der Pachtvertrag lief bereits zum 1. Oktober 1883 aus.

Das Grundstück wurde anschließend von der Bootswerft Deutsch und in der Gründungsphase vom BRC Sport-Borussia genutzt. Man suchte folglich für den Bau ein den damaligen Ansprüchen für einen Bootshausbau geeignetes Wassergrundstück in der Nähe der einstigen Berliner Stadtgrenze. Der Standort wurde 1883 durch Vermittlung des Clubmitgliedes Eduard Beer - als Leiter der Berliner Wasserwerke - östlich der Oberbaumbrücke in der Stralauer Allee 2 b gefunden und vom Magistrat der Stadt Berlin gepachtet. Das dort vom Baumeister Max Jacob geplante und aus mehreren Fachwerk-bauten entstandene nur für die Sommermonate nutzbare Anwesen mit separaten drei Bootshallen, einem Gesellschafts-, Umkleide- und Schlaftrakt und einem Gebäude mit der Wohnung für den Boots- und Hausmeister konnte schon 1884 bezogen werden. Die Mitgliederzahlen waren bereits auf 188, darunter 99 aktive und 89 inaktive Mitglieder angestiegen. Sportliche Erfolge auf den Regatten stellten sich ein und das gesellschaftliche Leben florierte.

Am 6.Januar 1886 wütete ein Feuer in den Bootshallen. Die durch den Bootsmeister Wernicke schnell herbeigerufene Feuerwehr konnte es jedoch nicht verhindern, dass alle dort gelagerten 61 Boote ein Opfer der Flammen wurden. Die anderen Gebäude auf dem Grundstück blieben unversehrt. Einer schnell einberufenen Baukommission gelang es in wenigen Monaten, den Wiederaufbau und die Be-schaffung neuer Boote aufgrund zuvor abgeschlossener Versicherungsverträge zu verwirklichen. Zu Beginn der Saison 1886 konnte im April bereits ein eingeschränkter Sportbetrieb mit neu beschafften Booten wieder aufgenommen werden.
Bis zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 1905 hatten Mannschaften des BRC insgesamt 180 überwiegend erstklassige Rennen auf bekannten deutschen Regattaplätzen unter der Leitung von namhaften englischen Trainern errungen.
Das gesellschaftliche Leben blühte, das öffentliche Interesse und das sportliche Ansehen des BRC wuchs in der rasant aufblühenden Hauptstadt des deutschen Kaiserreiches.

Die Absichten des Magistrats, einen Hafen mit Silobauten an der Stralauer Allee am nördlichen Ufer der Oberspree zwischen Oberbaumbrücke und Treptower Eisenbahnbrücke zu errichten, blieben im BRC nicht verborgen. Die Inbetriebnahme des von 1901 bis 1906 gebauten Teltow-Kanals als abkürzende Wasserstraße zwischen Spree und Havel am südlichen Stadtrand von Berlin machte den Bereich der Oberspree für weitere Industrieansiedlungen zunehmend interessanter. Bereits 1905 zum Jubiläum bestand die „ Gabe der Alten“ vorsorglich im Erwerb eines Grundstücks für den BRC auf der Stralauer Halbinsel am Rummelsburger See, um auf eigenem Gelände einen Bootshausbau zu planen. Zum Jahreswechsel 1906/07 wurde der Pachtvertrag des magistratseigenen Grundstücks „ Stralauer Allee 2b“ zum 1. Juli 1907 gekündigt. Bis zum August 1908 waren alle Gebäudeteile der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Kontrovers verliefen die Diskussionen über die Wahl des zukünftigen Standortes, die Mitgliedschaft war in zwei getrennte Lager gespalten.

Der Weg zu neuen Ufern

Neben möglichen Standorten im Osten Berlins hatte das Clubmitglied Pupke sen. auch im Westen der Stadt das heutige Grundstück am Kleinen Wannsee -damals noch im Kreis Teltow gelegen- entdeckt, für dessen Erwerb sich bei einer Hauptversammlung am 5. April 1907 von 48 anwesenden Club-Senioren 44 als neuen Standort des BRC entschieden. Das eindeutige Votum zugunsten des bis dahin unbekannten Standortes in Wannsee, in der Nähe der Bahnstation gelegen, ist sowohl auf das rhetorische und diplomatische Geschick als auch auf die Überzeugungskraft des damaligen Vorsitzenden Dr. Richard Bötzow und des ihn unterstützenden Ehrenvorsitzenden Georg Wilhelm Büxenstein zurückzuführen.

   |--Clubhaus Längsschnitt
Längsschnitt durch das Gebäude in Hanglage am Kleinen Wannsee


Die Grundstückskosten betrugen für das knapp 3.300 Quadratmeter große Anwesen 115.000,- Goldmark. Zugeschlagen wurde die vor dem Grundstück liegende Wasserfläche des Kleinen Wannsees bis zur Seemitte. Neben drei weiteren Entwürfen für das ca. 30 Meter breite Grundstück in schwierigem Gelände mit einem Höhenunterschied von neun Metern zwischen Straßenoberfläche und Wasserlinie erteilte die Baukommission des BRC dem Entwurf des Charlottenburger Architekten Georg Rönsch den Zuschlag zur Ausführung. Rönsch hatte zuvor bereits den Privatbesitz des Ehrenvorsitzenden, das Schloss Hubertushöhe am Storkower See, und das Rathaus im heutigen Berliner Ortsteil Johannisthal geplant und realisiert.

Als am 12.April 1908 der Grundstein für den Neubau gelegt wurde, waren bereits enorme Erdbewegungen und Spundungen zu den angrenzenden Grundstücken durchgeführt worden. Büxenstein versöhnte bei seiner Rede mit den abschließenden Hammerschlägen die Mitglieder mit den zukunftsweisenden Worten: „Ob Ost, ob West, dem Club das Best!“ Die Baugenehmigung konnte für die gesamte Grundstücksbreite erreicht werden.

Bereits zur Jahreswende 2008/09 waren die im Osten zwischengelagerten Boote in die für insgesamt 150 Boote ausgelegten fünf fertiggestellten neuen Bootshallen überführt worden. Wie dem Längsschnitt des Hauses zu entnehmen ist, wurden die Bootshallen dem eigentlichen Haus vorgelagert. Die Umkleideräume wurden wegen der notwendigen Ausleuchtung ebenfalls als zweite Terrasse vor dem eigentlichen dreistöckigen Hausbau mit abschließendem Turmbau angeordnet. Der gesamte umbaute Raum hatte somit nach Fertigstellung ein Volumen von 14.850 Kubikmetern.

Die feierliche Einweihung konnte bei strahlendem Frühlingswetter am 16.Mai 1909 begangen werden. Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich nach dem Umzug zum Kleinen Wannsee bereits im Jahr 1910 auf 229 und hatte zu Beginn des Ersten Weltkrieges die Zahl von 300 Mitgliedern überschritten.
Die Aufwendungen für das Clubhaus betrugen damals (jeweils in Goldmark):

 

an Baukosten 281.295,69
die Innenausstattung
26.724, 85
Taxwert der Stiftung " Sichen" 5.000,00
Grundstückskosten einsch. Erschließungskosten
120.000,00
Bauszinsen und Revisionskosten
6.000,00
Gesamtwert rund
439.000,00



Beim Verkauf des Grundstückes auf der Stralauer Halbinsel konnte ein Preis von 200.000,-- Goldmark erzielt werden, der der Finanzierung des Neubaus zugute kam. Nach einer Durststrecke ging es sportlich schnell wieder aufwärts. Auch das gesellschaftliche Leben in den neuen Clubräumen erlebte eine neue Blüte. Hierüber gibt die Lektüre der Festschriften, die der BRC zu seinen Jubiläen in den Jahren 1930, 1955, 1980 und 2005 herausgegeben hat, hinreichende Informationen.

Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass der Ruderbetrieb während des Ersten Weltkrieges ruhte und die Clubräume in den letzten beiden Kriegsjahren 1917/18 als Lazarett eine Heimstätte für verwundete Soldaten war. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die Amerikaner das Clubhaus von 1945 bis 1949 als Offiziersheim.

Während der nunmehr 100 Jahre des Bestehens des Clubhauses wurden immer wieder Reparaturen und Umbauten im Inneren des Hauses und am Dach durchgeführt. Wesentliche Veränderungen und Erweiterungen mit erheblichen finanziellen Mitteln wurden dank der Opferbereitschaft von vielen Generationen der Mitglieder immer wieder möglich.

Wesentliche durch Spenden, Umlagen und Kredite im Laufe vieler Jahrzehnte durchgeführte Veränderungen und Investitionen in dem luxuriös ausgestatteten, zuerst als Sommerhaus errichteten, Gebäude des Berliner Ruder-Club sollen hier in Erinnerung gebracht werden:

Der Umbau der Diele mit Kaminzimmer, die zuerst als großzügig gestalteter offener Empfangsraum existierte, erhielt 1924 die trennende gläserne Holzwand. Im gleichen Jahr wurde ein erstes Ruderbecken im hinteren Umkleidebereich errichtet, das wenig später durch die heute vom Umkleidebereich abgetrennte Ruderkasten-Anlage ersetzt wurde. 1933/34 wurde erstmals die zentrale mit Kohle betriebene Dampfheizungsanlage erneuert und auf bis dahin unbeheizten Schlafräume und 30 Zimmer in den oberen Stockwerken erweitert.

   |--Clubhaus Treppenhaus
Blick in das Treppenhaus mit Kaminraum vor Einbau der Trennwand


Der ursprünglich als Schifferzimmer eingerichtete Raum erhielt nach dem endgültigen Sieg des zwei-ten Kaiserpreises die heutige Ausstattung als „Kaiserpreis-Zimmer“. Zu gleicher Zeit mussten erstmals die Dachrinnen erneuert und das gesamte der Witterung ausgesetzte Holz werk an den Außenfronten mit neuem Anstrich versehen werden. Die Uferlinie zum Kleinen Wannsee erhielt eine Spundwand, um zuvor bei Hochwasser aufgetretene Unterspülungen des Bootsplatzes zu verhindern.

   |--Clubhaus Mittelzimmer                 |--Clubhaus 1909 Wasserseite

 

              Das heutige Mittelzimmer diente zuerst                 Das Clubhaus nach seiner Einweihung

                            als Empfangsraum                                    von der Wasserseite aus gesehen

Obwohl das Haus den 2.Weltkrieg und die letzten Kriegswirren in Berlin glimpflich überstanden hatte, waren zuerst ab 1949 viele Kriegsschäden zu beseitigen, die ihre Auswirkungen durch Luftminen auf die benachbarten Bahnanlagen hatten. Das mit Schiefern gedeckte Dach musste repariert, die zerstörten Fenster neu verglast, Putzschäden an den Decken der Innenräume beseitigt und umfangrei-che Malerarbeiten durchgeführt werden.

Ende der 1950er Jahre wurde aufgrund veränderter Trainingsmethoden der notwendige Hantel- und Kraftraum durch Verkleinerung des Umkleidebereiches mit optimierter Aufteilung und Erhalt aller vorhandenen Umkleideschränke geschaffen. 1963/64 mussten alle Terrassenabdichtungen und marode gewordenen hölzernen Geländer der äußeren Terrassen- und Treppenanlagen durch Stahlgeländer ersetzt werden. Die bis dahin gereinigt in den Kleinen Wannsee eingeleiteten Abwässer wurden nun-mehr durch den Einbau einer Hebeanlage in die von der Stadt im Straßenniveau gebaute Kanalisation eingeleitet.


Alle Gesellschaftsräume erhielten eine neue solide Bestuhlung, die heute noch unseren Ansprüchen genügt. Der Küchentrakt musste durch amtliche Auflagen nach modernen hygienischen Bestimmungen umgebaut werden. 1976 wurde die immer wieder störanfällige Dampfheizungsanlage durch eine moderne Zentralheizung und Warmwasserversorgung - mit in das Erdreich unter dem Parkplatz eingelassenen Öltanks - ersetzt und der Parkplatz anschließend mit Kupferschlacke-Steinen befestigt. Der Saal und das Kaiserpreis-Zimmer wurden mit Doppelfenstern ausgestattet und im Dachgebälk der Holzbockbefall bekämpft.


1980 wurden die Bootshallenfassade neu verputzt und die Hallentore repariert. Ebenso wurden umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten sämtlicher Innenräume einschließlich der Erneuerung der Herrentoilette durchgeführt, im Dachstuhl vom Holzbock erneut befallene Balken saniert und zum 100-jährigen Clubjubiläum im Kaiserpreiszimmer eine erste dem bestehenden Interieur angepasste Preisvitrine, ausgestattet mit den wertvollsten Pokalen und Ehrenpreisen aus vielen Jahrzehnten erfolgreicher Clubgeschichte, errichtet, um der nachwachsenden Mitgliedschaft Ansporn zu stets neuen Höchstleistungen zu vermitteln.


1982 wurde das gesamte Dach nach Austausch der von Insekten befallenen Balken neu gedeckt, die gesamten Außenfassaden mit einem Putzanstrich versehen und in den Gesellschaftsräumen neuer Parkettfußboden verlegt. Die Herrentoilette wurde dank der Eigeninitiative einiger Clubmitglieder völlig neu gestaltet.

Die letzten großen Umbauarbeiten zur grundlegenden Sanierung des Clubhauses und Modernisierung des Sportbetriebes wurden mit hohem Kostenaufwand neben erheblichen Eigenmitteln durch Inanspruchnahme von Senats- und Bankdarlehen im Frühjahr 2001 unter laufendem Sportbetrieb durchgeführt. Die ehemalige Wohnung des Haus- und Bootsmeisters wurde aufgegeben und in eine repräsentative Garderobe mit angeschlossenem Toiletten-, Dusch- und Umkleidraum für Damen sowie einem Massageraum umgestaltet. Im Zwischengeschoss entstand eine neue funktionale Hausmeisterwohnung und ein Raum für Beratungen im kleinen Kreis, die sog. „Lounge“, in der neben einer gemütlichen Sitzecke auch Schränke mit Archiv-Material außerhalb des Vorstands-Zimmers (im ersten Stock) untergebracht werden konnten. Die Sporträume wurden teilweise neu gestaltet und erweitert, bisher geschlossene Innenwände zwischen Umkleideräumen und Kastenruderanlage durch Glaswände ersetzt, Fahrrad- und Ruderergometer wurden in neu erschlossenen Räumen des ehemaligen Kellers untergebracht, die Duschanlage mit angeschlossener neuer Nass- und Trockensauna wurde umfassend saniert und renoviert.

Einher gingen erneut Arbeiten zur Sanierung des Dachstuhls und der Einbau einer neuen Hebeanlage für die Abwasserbeseitigung. 2004 erhielt das Haus aus Sicherheitsgründen eine Schließanlage. In den Jahren 2005 bis 2007 erfolgte der Ersatzbau der bislang mit Öl betriebenen Heizanlage durch eine Gasheizung. Zuletzt erhielt die aus dem Jahr 1954 stammende mit feuerverzinkten Pontons errichtete Steganlage einen neuen Belag, die von Versackungen bedrohte Uferbefestigung wurde durch eine vorgelagerte Spundung einer dringend notwendigen Sanierung unterzogen

Neben ständig durchzuführenden kleineren unerwähnt gebliebenen Reparaturen sind besonders in den letzten Jahrzehnten enorme Investitionen durchgeführt worden, die teils auch in bewunderungswürdiger Weise durch Eigenleistungen der Mitglieder erbracht wurden. Das der gesamten Mitgliedschaft als Eigentum gehörende Haus, das aufgrund seiner stark frequentierten Nutzung immer wieder Schäden aufweist und Reparaturen notwendig macht, bedarf der ständigen Begutachtung durch Fachleute. Hierzu hat der Vorstand zur Unterstützung eine aus fünf sachkundigen Mitgliedern bestehende Baukommission berufen, die inzwischen eine Auflistung dringend erforderlicher Arbeiten zum Erhalt des Hauses erstellt und Finanzierungskonzepte vorgelegt hat. Stellen wir uns deshalb den Herausforderungen, die unsere vor einhundert Jahren großzügig und zukunftsweisend konzipierte Sportanlage im Erhalt stets aufs Neue notwendig macht, um das Haus des Berliner Ruder-Club auch für folgende Generationen als Heimstätte für Sport und Geselligkeit funktionstüchtig zu erhalten.

Quellen:
Grundbuchakten des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin
Festschriften zum 25- und 50-jährigen Bestehen des BRC
Club-Nachrichten der Jahrgänge 1933 u. 1934
Illustrierte Beilage zur Fachzeitschrift WASSERSPORT
vom 10.02.1910 „Das neue Heim des Berliner Ruder-Club“

Bedeutende Erfolge des Berliner Ruder-Club

Mit 270 Meistertiteln und Medaillen - national wie international - ist der BRC einer der erfolgreichsten deutschen Rudervereine. Hiervon wurden 78 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gewonnen.


Daneben zieren Plaketten und Trophäen von 160 Deutschen Meisterschaften sowie von 32 Titelgewinnen bei nationalen Jugendmeisterschaften die Preisschränke des CLUB.

Olympia und der Berliner Ruder-Club

Bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles (USA) gewann der BRC-Vierer mit Stm. in der Besetzung Joachim Spremberg, Walter Meyer, Horst Hoeck, Hans Eller und Steuermann Carlheinz Neumann die Goldmedaille. Bei diesen Spielen gelang es dem CLUB auch, mit seinem Doppelzweier (Gerhard Boetzelen / Dr. Herbert Buhtz) die Silbermedaille zu erringen.


Im Jahre 1964 kehrten Egbert Hirschfelder, Joachim Werner, Dr. Bernhard Britting, Peter Neusel und Steuermann Jürgen Oelke als Olympiasieger eines reinen CLUB-Bootes, des Vierers mit Stm, aus Tokio (Japan) zurück.

 

   |--olympia-1964.jpg
Ankunft der Olympiasieger von 1964

Der langjährige 1. Vorsitzende des Berliner Ruder-Club, Karsten Finger , gewann 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona (Spanien) im DRV-Vierer mit Stm. für Deutschland - und den CLUB - die Silbermedaille.


Bei der Olympischen Ruderregatta 1996 in Atlanta (USA) siegte Dr. André Steiner im DRV-Doppelvierer und bescherte dem BRC die insgesamt dritte Goldmedaille in der Geschichte des CLUB. Daneben konnte Marc Weber in Atlanta als Schlagmann des DRV-Deutschlandachter für den BRC eine weitere Silbermedaille gewinnen.


Erwähnenswert hierbei auch, dass bei diversen Olympischen Ruderregatten zahlreiche Spitzensportler des Berliner Ruder-Club eine Teilnahme an Finalläufen und Platzierungen außerhalb der Medaillenränge erreichen konnten.

Weltmeister im Berliner Ruder-Club

Großartig ist ferner die Erfolgsbilanz, die der CLUB in den 128 Jahren seines Bestehens mit der Erringung von 30 Gold-, 18 Silber- und 24 Bronzemedaillen bei Welt- und Europameisterschaften aufzuweisen hat.
Aktuell konnten im Jahr 2008 unsere Leichtgewichts-Senioren Olaf Beckmann , Jonas Schützeberg und Steuermann Martin Sauer im DRV-Achter LG die Vize-Weltmeisterschaft erringen.


Silber gab es auch bei den Europameisterschaften dieses Jahres für Markus Kuffner im DRV-Doppelvierer. Bronze gewannen bei den Junioren-Weltmeisterschaften die BRCer Richard Lorenz und Anton Braun im DRV Vierer m. Stm.

Deutsche Meisterschafts-Titel im BRC

Höhepunkte im nationalen Bereich sind 93 Siege bei den Meisterschaften des Deutschen Ruderverbandes, 2 Internationale Ruder-Championate, 59 Titel bei den U23-Ruderern (ehem. Eichkranzrennen) und 32 Deutschen Jugendmeisterschaften U19.

 

Aktuell erwähnenswert sind die großen Erfolge der Jahre 2005/2006/2008, in denen der Berliner Ruder-Club die Krone des Rudersports, den Sieg im Achter beim Deutschen Meisterschaftsrudern, jeweils mit Mannschaften im „CLUB-ACHTER“ gewinnen konnte.


Bei den im Winterhalbjahr ausgetragenen Ruder-Ergometer-Meisterschaften war der BRC mit dem Gewinn von zwei internationalen und sechs nationalen Titeln erfolgreich.

Insgesamt wird das vergangene Jahr 2008 als ein äußerst erfolgreiches in die Geschichte des BRC eingehen, 117 Siege aller Altersklassen einschließlich der Erringung von zwei Deutschen Meisterschaften sind Beweis für eine sehr gute Arbeit der Trainer Alexander Schmidt (Männer) und Thomas Naumann (Junioren).

Weitere besondere Erfolge

Weitere stolze Erfolge konnte der Berliner Ruder-Club in den 129 Jahren seines Bestehens auf den großen Regattaplätzen weltweit erringen.

 

Hervorzuheben ist hierbei nicht zuletzt die berühmte Regattastrecke in Berlin-Grünau. Die große Tradition der vom deutschen Kaiserhaus 1883 und 1888 gestifteten „Kaiserpreise I und II“, jeweils für den Sieger eines auf der Berliner 1936er Olympia-Regattastrecke jährlich ausgeruderten großen „Vierer mit Steuermann“ gipfelt für den CLUB in den endgültigen Siegen der Jahre 1887 und 1934. Die Pokale hierfür sind die Zierde aller im Kaiserpreiszimmer des Club ausgestellten Trophäen und Siegespreise, die die Männer mit dem Roten Stern in den vergangenen Jahrzehnten für den CLUB erringen konnten.

 

National hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Siege bei den großen Rennen „Büxenstein- und Verbands-Achter“ in Berlin, „Senats-Achter / Hammonia-Vierer“ in Hamburg, „3 Städte-Achter Berlin-Budapest-Wien“, international die acht Triumphe bei der weltbedeutenden „Royal Henley-Regatta“ auf der Themse bei London.

Masters-Rennrudern im Berliner Ruder-Club
Beim Masters-Rennrudern, früher „Altherren-Rudern“ genannt, werden in verschiedenen Altersklassen zwischen 27 und 70 Jahren nationale wie internationale Wettkämpfe und Meisterschaften auf der Kurz- oder Langstrecke ausgetragen. Der CLUB ist im rennsportlichen Bereich der „Masters-Ruderer“ mit mehr als 50 begeisterten und einstmals prominenten Rennruderern (insgesamt mehr als 900 Siege) äußerst erfolgreich.
Geselligkeit im Berliner Ruder-Club
Neben vielfältigen sportlichen Aktivitäten bilden die gesellschaftlichen Ereignisse einen wesentlichen Bestandteil des Club-Lebens. In den behaglichen Räumen der Club-Ökonomie treffen sich die Mitglieder mit ihren Kameraden und Freunden mehrmals in der Woche im gemütlichen Kaminzimmer, um die Ruderkameradschaft und die stets aufgelockerten Stunden beim Gespräch, die jedem einzelnen immer ein Stück Lebensqualität vermitteln, zu genießen.

Zusätzlich zu den Veranstaltungen des CLUB und den privaten Feiern der Mitglieder steht die Club-Ökonomie mit ihrem erstklassigen Service, der weit über die Grenzen der Hauptstadt hinaus einen exzellenten Ruf genießt, sowie mit internationaler Küche und gepflegten Getränken auch Freunden unserer Mitglieder und deren Gästen zur Verfügung.